Trotzverhalten

November 10th, 2007 by dagmar

Ich persönlich habe den Eindruck, als haben Katzen ein sehr gutes Gefühl für unsere Stimmungen. Wenn ich viele, viele Jahre zurück überlege,  als meine Coco starb und ich unsagbar traurig war, so kamen (die mir damals noch unbekannten) Streunerkatzen um sich plötzlich an mich zu schmiegen und zu kuscheln.

Im Moment habe ich nicht nur bei meinen Tieren seit Monaten gesundheitlich brenzlige Situationen sondern auch ansonsten ist ziemlich viel Hektik angesagt.

Hoppla, die Katzenwelt im Asyl machte sich rarer. Spüren sie wohl die Unruhe, Hektik und Aufregung in mir? Zu diesem Zeitpunkt kam ebenfalls der dem Tode nahe Grammy ins Haus und Crazy drohte an Schwanz-/Blasenlähmung nebst Durchfall zu sterben. Fingen doch meine Tiere im Haus an aus Protest zu pinkeln. Genial also die Kombination von Unruhe von außen, verstärkt durch mich, angekommen bei den Katzen und mit Trotz oder Hilflosigkeit beantwortet.

In dieser Woche nun scheint sicher zu sein, dass Grammy es geschafft hat und am Leben bleiben wird, vielleicht sogar ein ganz normales Leben führen kann. Auch Crazy ist nach einer Woche stationärem Aufenthalt beim Tierarzt nicht mehr wund und entzündet, der Durchfall ist weg und wir können zusammen versuchen das Leben mit dieser Behinderung zu meistern. Also ein Bollwerk von Problemen gelöst - und das Trotzverhalten hört auf. Direkt anschließend an Crazy’s Rückkehr war fast die komplette Mannschaft zusammen da um sich ihr Futter abzuholen. Nahezu alle Streuner in Reih und Glied, turnten mir durch die Beine um endlich gefüttert zu werden.

Sollten also Tiere plötzlich mit geändertem Verhalten reagieren, so sollten wir unbedingt hinterfragen ob wir selber vielleicht auch “anders” sind als sonst oder ob wir eventuell durch Wohnraumveränderungen das Leben unserer Katzen so durcheinander gebracht haben, dass sie sich nicht mehr anders wehren können als durch Protestverhalten.

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Wer passt zu wem?

July 9th, 2007 by dagmar

Garantiert schwer zu entscheiden ist die Frage, zu welchem Menschen welche Art oder welcher Charakter oder Geschlecht einer Katze am besten passt.

Ich persönlich bin der Meinung dass es immer passen kann zwischen Mensch und Katze, wenn der Mensch dem Tier genügend Zeit gibt sich auf ihn einzustellen und zu merken, dass dieser Zweibeiner ihm nichts Böses will.

Schwieriger wird es dann, wenn Kinder zu den neuen Freunden einer Katze gehören sollen. Nicht immer ist es möglich Kindern klar zu machen, dass eine Katze - egal ob klein oder groß - erst nach einer gewissen Zeit mit ihnen spielen wird und dass sie Geduld benötigen. Auch ist es oftmals so, dass kleine Kinder sehr spontan sind und schnell und/oder laut auf eine Katze zugehen. Je nachdem, was das Tier in der Zeit zuvor gewöhnt war, kann das zu Ängsten führen.

Bärle und Wuschel (Bärle und Wuschel wurden uns mit 6 Wochen von der Mama als Adoptionsgeschenk vorbeigebracht, sie sind jetzt 4 Monate alt und leben seit stark zwei Monaten bei uns im Haus) sollten zu einer netten und umsichtigen Familie. Es hat aus zwei Gründen nicht funktioniert:
Der erste war, dass deren Tier “Luna” drei Tage zuvor überfahren worden war. Die Trauer war noch groß und Wuschel und Bärle war es nicht möglich “Luna” gleich zu sein. Erwartungen, die in sie gestellt worden waren, konnten von den armen beiden nicht erfüllt werden.
Der zweite dürfte sein dass Wuschel und Bärle aus einem Haus kommen, in welchem nur Erwachsene sind und ziemlich viel Ruhe um sie herum war. Kinder waren sie nicht gewöhnt.

Leider war das Resultat Angst und Futterverweigerung, die bis zum Erbrechen führte. Während Wuschel sich langsam begann mit der Situation anzufreunden wurde Bärle immer ängstlicher.

Nach vier Tagen waren sie wieder bei uns und alles war, als ob es nie anders gewesen wäre: sie sind sofort über das Futter hergefallen und sind durchs ganze Haus getobt, haben die anderen Tiere begrüßt und es war wie immer.

Anders war es im Fall von Krümel und Julian, einem vierjährigen Jungen. Da Krümel uns Menschen von der ersten Lebenswoche an kannte hatte er weniger Berührungsprobleme. Die laute Stimme von Julian wurde durch dessen Umsicht und eine überlegende und sehr ruhige Mutter kanalisiert.

Auch bei Hero ist es kein Problem, da auch Hero wie Krümel uns Menschen vom ersten Lebenstag her von der Stimme kennt. Wobei Mona mit ihren 10 Jahren auch schon älter ist und man ihr doch eher klar machen kann, dass sie ruhig auf eine Katze zugehen muss … und sie ist kein lautes oder sehr spontanes Kind, sondern eher eines welches überlegt und den Kopf einschaltet.

Mein Fazit: Lebendige Tiere, die seit der Geburt Kontakt zum Menschen haben können sich mit Kindern arrangieren. Tiere, die im Freien geboren wurden - also weniger Kontakt zum Menschen haben - benötigen sehr viel mehr Ruhe und Eingewöhnzeit. Wenn Mensch, Kind und Familie einem Tier diese Zeit geben können wird es funktionieren.

p.s. Niemals kann ein Tier ein anderes ersetzen! Erst wenn Trauerarbeit geleistet wurde - egal wie lange oder in welcher Form - sollte an ein neues Tier gedacht werden. Dann aber heraus aus dem Wunsch einen neuen Freund zu erhalten und nicht einen anderen zu ersetzen.

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Feindschaft?

July 5th, 2007 by dagmar

Thunfisch bei Missstimmung unter Katzen
Ein dreimal HOCH, wer dieses Gefühl nicht kennt: zwei Kater, bis vor kurzem noch die besten Freunde, gifteln sich an bis zum “geht nicht mehr” Woran liegt es und was lässt sich dagegen tun?

Bei den beiden gilt das Gott sei Dank nicht. a) sind sie noch zu jung und b) Katze und Kater und c) vertragen sich Wurfgeschwister oft ein Leben lang.

Interessant könnte das Alter der Tiere sein. Vielleicht sind sie gerade vor kurzer Zeit kastriert worden und stecken jetzt ihr Terrain ab? Funktionieren soll ein alter Trick aus der Tierpsychologie: beide Tiere mit Thunfisch einreiben und eine gewisse Distanz zwischen ihnen lassen. Sie dürften nun beide beschäftigt sein den leckeren Thunfisch (besonders am Kopf einreiben) von ihrem Fellkleid zu entfernen. Dabei sitzen sie in unmittelbarer Nähe. Da aber der leckere Thunfisch und gleichzeitiges Kämpfen nicht möglich ist, so könnten sie aus einer solchen Aktion lernen wieder Nähe herzustellen ohne zu kämpfen.

Zuweilen können auch Feliway oder Felifriend helfen eine solche Disharmonie zu reduzieren.

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Stubenreinheit

June 12th, 2007 by admin

Aus welchen undefinierbaren Gründen auch immer hatte Punky - oder sagen wir ein starkes Jahr lang -  Probleme mit Stubenreinheit.

Wir haben sehr oft das Einstreu wechseln müssen, sind am Schluss dazu übergegangen jeden Tag dieses Streu zu wechseln. Was half, war dann den Deckel von der Katzentoilette zu entfernen. Ich hatte einmal gelesen, dass Katzen in freier Wildbahn ja auch kein Dach bevorzugen würden. Gesagt getan, nun klappt es mit täglich gereinigter Toilette und ohne Deckel…..Bei Katzen, die nicht stubenrein werden liegt es zweilen am Einstreu, aber auch an dem Ort, an dem die Toilette steht. Eventuell ist sie für die empfindliche Katzennase zu nahe am Fressnapf oder Schlafplatz?

Normal wäre:
dass Katzenbabeis um die vierte, fünfte Wochen herum der Katzenmama auf die Katzentoilette folgen. Diese zeigt ihnen dann was wie erledigt wird. Wenn Ihr als Dosenöffner die Rolle der Katzenmama übernehmen müßt (was bei uns die liebevollen Eltern getan haben), dann seid Ihr gehörig gefordert!

Ihr werdet sie regelmässig in die Toilette setzen müssen, sobald Ihr einige Zeichen oder suchende Blicke Eurer Katzenbabies bemerkt. Das junge Katzenkind läuft suchend durch die Wohnung? Ihr seid gefordert speziell nach langem Schlaf oder nach dem Fressen kann dieses sehr häufig vorkommen.

Ihr könnt den Katzenwelpen helfen, indem ihr mit den Vorderpfoten der kleinen Stubentigers in der Einstreu scharrt. Bei kleinen Kätzchen ist es ratsam, die Toilette nie ganz sauber zu machen, sondern Reste von Kot und Urin darin zu belassen, dadurch kann sich Euer Stubentiger am Geruch zurechtfinden und seine Toilette am Geruch erkennen.

Lobt sie wenn sie es hinkriegt. Tadel nützt nur etwas, wenn Übeltäter - egal bei was - sofort erwischt werden. Schon 15 Minuten nach der Missetat kann die Katze die Bestrafung oder den Tadel nicht mehr mit dem Unfug verbinden, den sie angestellt hat. Somit könnte sie sich ungerecht behandelt fühlen.

Und niemals die Nase in Kot oder Urin stoßen, stupsen oder was auch immer! Dies kann zu Verätzungen der Nasenschleimhäute führen und ist ein zur Erziehung absolut ungeeignetes Mittel. Ebensowenig Sinn ergibt es die Katze heftig und lieblos in die Toilette zu stecken. Das Tier verbindet dann unangenehmes mit der Katzentoilette und wir Dosenöffner tragen eine Teilschuld wenn diese Tiere Probleme mit der Sauberkeit haben.
Liegt ein Kothaufen außerhalb der Toilette, dann macht einen Anschaungsuntericht: holt das Kätzchen hinzu und lasst es dabei zusehen, wie der Haufen in die Katzentoilette befördert und darin verscharrt wird. So kann sie lernen….

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Augenkontakt

June 2nd, 2007 by admin

“Schau mir in die Augen, Kleines” gilt leider bei unseren Katzen nicht. Speziell dann nicht, wenn sie scheu sind und vor dem Menschen Angst. haben. Hier gilt eine ganz andere Verhaltensweise um langsam an das Tier Annäherung zu bekommen.

Ich kenne die Situation ja nun schon über Jahre: eine Katze - oder meistens ein Katzenkind zieht hier ein, welches große Angst vor Menschen hat und sich deshalb nicht anfassen lässt. Außer bei einem Tier hat die Zeit mir in all den Jahren geholfen diese Angst zu überbrücken. Schwierig wird es dann, wenn medikamentöse Hilfe erfolgen sollte, aber die Tiere zu scheu sind, diese anzunehmen.

Eine große Unterstützung war für mich Kirsten als Tierphysio-/Verhaltenstherapeutin, die mich auf diesen Trichter brachte.

Sich als großer Mensch auf die “niedrige” Ebene der Katze bewegen, klein machen oder liegend mit ihr sprechen kann schon ein guter Ansatz sein. Für mich persönlich ist das Sprechen das A und O als Beginn der Gewöhnung der Tiere an mich. Erkenntlich wird Angst gut durch große Pupillen trotz Helligkeit. Ich habe versucht in meinem Asyl jede Menge Ruhezonen zu schaffen. Kuschelhöhlen mit schmalem Eingang, wodurch die Katze zwar den Überblick behält, selber sich aber verstecken kann und nicht gesehen werden muß. Hier werden die Tiere auch nicht angefasst oder gestört.

Sobald ich bemerke ein Tier geht mir aus dem Weg störe ich seinen Fluchtweg nicht und lasse ihm/ihr seine Ruhe. Auch wenn es mir nicht passt, weil ich lieber Medikamente geben würde, so kann er seinen Fluchtweg antreten und bekommt seine Ruhe vor mir.

Sinnvoll ist es auf direktes Starren zu verzichten, am besten neben das Tier sehen. Aufgefallen ist mir das bei Six, die erst mit über 12 Wochen zu mir kam und mit Menschen überhaupt nichts am Hut hat. Wochenlang habe ich immer wieder versucht an sie ranzukommen: ohne Erfolg. Dieser Erfolg stellte sich, auch durch Kirstens Tipps, erst im Laufe der letzten Woche ein:
Ich habe Six ziemlich links liegen gelassen. Ich habe mit ihr im Vorbeigehen gesprochen, konnte ihr dabei immer näher kommen. Ich habe versucht sie nicht in Bedrängnis zu bringen und ab dem Moment wo sie flüchten wollte keine Bewegung mehr zu machen. Damit sie quasi nicht flüchten muss weil sie sieht ich komme ihr nicht weiter näher. Am leichtesten fällt Tieren der visuelle Kontakt, wenn man sie nicht direkt ansieht, am besten an ihnen vorbei, oder sogar etwas zwinkert - dadurch reduziert sich das Überlegenheitsgefühl, welches die Samtpfoten wohl in uns Zweibeiner hinprojezieren.

Auffällig war für mich bei meinen Katzen und auch bei vielen von denen, die ich abgegeben habe, dass sie sich ihren neuen Dosis näherten als diese schliefen. Logisch eigentlich: denn nun wirkt der Mensch nicht mehr übergroß und nicht mehr so bedrohlich, die kätzische Neugier kann also langsam Schritt für Schritt dem Zweibeiner näher kommen.

Katzenminze, Baldrian, Bachblüten können weitere Hilfsmittel sein, die ich noch nicht zum Einsatz gebracht habe. Derzeit bin ich daran über ein Hilfsmittel, einen Handschuh an einer Verlängerung, Six näher zu kommen. Dazu aber demnächst mehr.

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